Häufig gestellte Fragen
Schnelle Antworten zu Pflegegrad, MDK-Begutachtung, Widerspruch, Pflegebox und Pflevum — 2026 aktualisiert.
Stand: Mai 2026
▾Wie lange dauert ein Pflegegrad-Antrag?
Im Schnitt 5 Wochen vom Antrag bei der Pflegekasse bis zum schriftlichen Bescheid. Die Pflegekasse muss innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden (§ 18 Abs. 3 SGB XI), sonst hast du Anspruch auf 70 € Strafzahlung pro Woche Verzug.
▾Wie viel Pflegegeld gibt es 2026?
Pflegegrad 1: kein Pflegegeld (nur 131 € Entlastungsbetrag). Pflegegrad 2: 332 €. Pflegegrad 3: 573 €. Pflegegrad 4: 765 €. Pflegegrad 5: 947 € pro Monat. Werte gemäß Pflegestärkungsgesetz, gültig 2026.
▾Welcher Pflegegrad bei Demenz?
Demenz wirkt sich primär auf Modul 2 (Kognitive Fähigkeiten) und Modul 3 (Verhaltensweisen) des MDK-Gutachtens aus. Häufig führt eine mittelschwere Demenz zu Pflegegrad 2-3, schwere Demenz mit Verhaltensauffälligkeiten zu Pflegegrad 4 oder 5. Es zählt der Gesamtwert aller 6 Module.
▾Wie lange ist die Widerspruchs-Frist beim Pflegegrad-Bescheid?
Ein Monat ab Zustellung des Bescheids (§ 84 SGB X). Innerhalb dieser Frist muss der Widerspruch bei der Pflegekasse eingegangen sein — eine Begründung darf nachgereicht werden. Wer die Frist versäumt, kann nur in Ausnahmefällen Wiedereinsetzung verlangen.
▾Kann man Widerspruch ohne Begründung einlegen?
Ja — ein sogenannter Pro-Forma-Widerspruch nach § 84 SGB X ist möglich und sichert die Frist. Die Begründung darf später nachgereicht werden, typisch innerhalb 2-4 Wochen Nachfrist. Pflevum bietet dafür einen Express-Widerspruch in 60 Sekunden an.
▾Was kostet die Pflegebox und wer zahlt?
Die Pflegebox mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch (Handschuhe, Desinfektion, Bettschutz, etc.) kostet bis zu 42 € pro Monat — und wird vollständig von der Pflegekasse übernommen (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Du zahlst nichts.
▾Wie hoch ist das Entlastungsbudget 2026?
Ab Pflegegrad 1 stehen monatlich 131 € Entlastungsbetrag zur Verfügung. Verwendbar für: Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege oder zugelassene Alltagsbetreuung. Nicht verbrauchte Beträge können bis zum 30.06. des Folgejahres übertragen werden.
▾Was ist der Unterschied zwischen MDK und MEDICPROOF?
MDK (Medizinischer Dienst) prüft bei gesetzlich Versicherten, MEDICPROOF bei privat Versicherten. Beide nutzen identische Bewertungskriterien (Neues Begutachtungs-Assessment / NBA mit 6 Modulen). Die Begutachtung ist inhaltlich gleichwertig.
▾Ist der Pflegegrad-Rechner offiziell?
Nein — eine kostenlose Selbsteinschätzung mit derselben Modul-Logik wie die offizielle Begutachtung. Der echte Pflegegrad wird ausschließlich durch MDK oder MEDICPROOF im häuslichen Umfeld festgestellt.
▾Was kostet Pflevum?
Alle Tools sind kostenlos: Pflegegrad-Rechner, MDK-Vorbereitung, Pflegetagebuch, Foto-Check des Bescheids, Widerspruchs-PDF-Generator und Hilfsmittel-Lotse. Wir verdienen über Affiliate-Provisionen, wenn du z.B. eine kostenlose Pflegebox bei einem Partner beantragst.
▾Werden meine Bescheid-Fotos sicher gespeichert?
Ja: Upload verschlüsselt (TLS) in der EU (Supabase Frankfurt). Nach der KI-Analyse werden die Originalfotos automatisch gelöscht (Datenminimierung nach Art. 5 DSGVO). Nur die strukturierten Analyse-Ergebnisse bleiben zur Erstellung deines Widerspruchs-PDFs erhalten.
▾Was ist ein Pflegeberater nach § 7a SGB XI?
Ein kostenloser, neutraler Berater deiner Pflegekasse, der dich persönlich bei allen Pflege-Fragen unterstützt — von der Antragstellung bis zum Widerspruch. Wir empfehlen, beide zu nutzen: Pflevum digital für die Vorbereitung, Pflegeberater persönlich für die individuelle Beratung. Finden über die ZQP-Datenbank.
▾Wie lange dauert es, bis die Pflegekasse auf einen Widerspruch antwortet?
In der Regel 3-6 Monate. Die Pflegekasse veranlasst meist eine zweite Begutachtung. Reagiert die Kasse nicht innerhalb von 3 Monaten, ist eine Untätigkeitsklage beim Sozialgericht möglich (§ 88 SGG).
▾Was bedeutet die Pflegegrad-Punkteskala?
Das NBA-System vergibt Punkte in 6 Modulen mit unterschiedlicher Gewichtung: Mobilität (10 %), Kognition + Verhalten (15 %), Selbstversorgung (40 %), Krankheits-/Therapie-Anforderungen (20 %), Alltagsgestaltung (15 %). Gesamtwerte: 12,5-27 = PG1, 27-47,5 = PG2, 47,5-70 = PG3, 70-90 = PG4, 90-100 = PG5.
▾Was ist der Unterschied zwischen Pflegegrad und Pflegestufe?
Pflegestufen 1-3 wurden 2017 vom Pflegestärkungsgesetz II abgeschafft und durch die heutigen 5 Pflegegrade ersetzt. Pflegegrade berücksichtigen mehr Aspekte (kognitive Einschränkungen, Demenz, Verhalten) und sind feiner abgestuft. Wer vor 2017 in einer Pflegestufe war, wurde automatisch in den passenden Pflegegrad überführt — ohne neue Begutachtung.
▾Wer hat Anspruch auf einen Pflegegrad?
Jeder gesetzlich oder privat Versicherte mit einer voraussichtlichen Pflegebedürftigkeit von mindestens 6 Monaten. Voraussetzung ist eine Vorversicherungszeit von 2 Jahren als Mitglied in der Pflegeversicherung innerhalb der letzten 10 Jahre (bei Kindern weniger). Alter, Einkommen oder Vermögen spielen keine Rolle.
▾Wie kann ich einen höheren Pflegegrad beantragen?
Stelle einen formlosen schriftlichen 'Antrag auf Höherstufung' bei deiner Pflegekasse. Voraussetzung: Verschlechterung des Gesundheitszustands seit der letzten Begutachtung. Die Pflegekasse beauftragt eine neue MDK-/MEDICPROOF-Begutachtung. Bereite den Termin gut vor — am besten mit einem 7-Tage-Pflegetagebuch und konkreten Beispielen aus dem Alltag.
▾Was tun bei abgelehntem Pflegeantrag?
Innerhalb 1 Monats nach Bescheid Widerspruch einlegen (§ 84 SGB X). Du kannst zunächst form- und fristwahrend Widerspruch ohne Begründung einlegen, die Begründung später nachreichen. Bei strittigen Fällen einen Pflegeberater nach § 7a SGB XI hinzuziehen (kostenlos) oder Fachanwalt für Sozialrecht.
▾Wie funktioniert die MDK-Begutachtung?
Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes besucht dich zu Hause (typisch 60-90 Minuten). Er bewertet die Selbstständigkeit in 6 Modulen: Mobilität, Kognition, Verhalten, Selbstversorgung, Therapie-Anforderungen, Alltagsleben. Wichtig: Sei beim Termin dabei (falls du der Angehörige bist), führe vorher ein 7-Tage-Pflegetagebuch und beschreibe konkrete Schwierigkeiten — nicht 'gute Tage'.
▾Was ist der Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistungen?
Pflegegeld erhältst du in bar, wenn die Pflege durch Angehörige im häuslichen Umfeld erfolgt. Pflegesachleistungen werden direkt mit einem ambulanten Pflegedienst abgerechnet (höhere Beträge, weil professionelle Leistung). Beides ist auch kombinierbar (Kombinationspflege).
▾Kann ich als Angehöriger den Pflegegrad beantragen?
Ja — mit einer Vollmacht oder Betreuungsverfügung des Pflegebedürftigen. Bei Notfällen (z.B. nach Schlaganfall) reicht oft die Bestätigung der ärztlichen Geschäftsunfähigkeit. Sicherer ist: vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit eine Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung erstellen.
▾Welche Hilfsmittel zahlt die Pflegekasse?
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Handschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutz, FFP2-Masken — bis 42 €/Monat) und technische Pflegehilfsmittel (Pflegebett, Hausnotruf, Rollator, Toilettenhilfen). Auch Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (Treppenlift, Rampe, barrierefreies Bad — bis 4.180 € pro Maßnahme). Antrag jeweils direkt bei der Pflegekasse.
▾Was ist eine Vorsorgevollmacht und brauche ich die für die Pflege?
Eine Vorsorgevollmacht regelt, wer für dich Entscheidungen treffen darf, wenn du selbst nicht mehr in der Lage bist. Für die Pflege wichtig: Damit kann ein Angehöriger Anträge stellen, mit Pflegekasse und Ärzten kommunizieren und Widerspruch einlegen. Ohne Vollmacht braucht es eine gerichtliche Betreuung — dauert und kostet. Empfehlung: rechtzeitig erstellen (kostenlos selbst möglich oder beim Notar).
▾Kann man rückwirkend Pflegegeld bekommen?
Pflegegeld wird rückwirkend ab dem Monat gezahlt, in dem der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen ist — nicht ab dem Datum der Begutachtung. Deshalb so schnell wie möglich nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit Antrag stellen, auch wenn die Diagnose noch nicht final ist. Bei Bewilligung gibt's das Pflegegeld rückwirkend ab Antragsmonat.